Impressionen vom CSD Frankfurt/M 2013

Am 20. Juli sind wir beim CSD Frankfurt/M mitgelaufen und haben unsere Flyer unter die Menschen gebracht. Hier einige unserer Eindrücke der Parade:

  • Kleinere Gruppen (zB Grand Opera) waren kaum noch mit einem Wagen vertreten, auch die AIDS-Hilfe lief dieses Jahr zu Fuß. Kein Wunder, kosteten Paradewagen dieses Jahr allein für die Teilnahmeerlaubnis 180 Euro (ermäßigt für Gruppen und Vereine 110 Euro).
  • Die großen realpolitische Parteien waren allesamt vertreten – auch die sehr Reaktionären wie die CDU bzw. die „Lesben und Schwule in der Union“ (LSU), die ja in diesem Jahr immerhin vom Berliner CSD ausgeladen worden wurden. Die realpolitischen Parteien waren (neben einigen Nachtclubs) die einzigen, die sich auch noch problemlos einen Wagen leisten konnten.
  • Die Themen der meisten Gruppen bezogen sich auf den Wunsch nach staatlicher Anerkennung der eigenen Zweier-Beziehung und auf das Adoptionsrecht.
  • Schön: Das KUSS 41 war bunt mit vielen Leuten unterwegs und sofort an den riesigen Luftballons in Lila und Orange zu erkennen.
  • Rassistische Reproduktion: Bäppi La Belle fuhr mit einem kleinen Wagen vorne weg, ihm folgte ein halbnackter Schwarzer, der seine Krone trug. Wie wir später erfuhren, war dies Teil seiner aktuellen Show, die Groß Britannien und deren Kolonialzeit kritiseren soll. Ob es das besser macht? Als solche Kritik war es zudem nicht offensichtlich erkennbar.
  • Als Paradeteilnehmer_in fühlte sich mensch je nach Ort schon eher als komische Spezies. Vor dem ehemaligen Pulse hingegen war die Stimmung entspannt und die Zuschauer_innen offener. Viele haben hier verschiedenste Flyer eingesammelt und entgegengenommen. So nach dem Motto „Mal sehen was die so machen…“
  • Zwei von uns haben spontan dem Wiesbadener Kurier ein kurzes Interview gegeben, die CSD-kritischen Passagen wurden allerdings herausgeschnitten. Ansonsten waren wir sehr damit beschäftigt, unsere Flyer unter die Menschen zu bringen und haben uns über positive Reaktionen gefreut.
  • Die Berichte der Printmedien waren wie jedes Jahr stark auf Glimmer, Glitter und Dragqueens ausgerichtet. Nichts gegen Queens und Glitter, aber die Vielfalt des CSDs abzubilden wäre auch schön gewesen.

[qfb] beim CSD Frankfurt 2013
[qfb] beim CSD Frankfurt/M 2013

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