FAQ (dt)

Was ist das [qfb]?

Queerfeministisch bier*trinken [qfb] ist ein links-queerer Stammtisch, der seit Januar 2013 regelmäßig stattfindet.

Wir freuen uns immer über neue Queers! Schaut einfach spontan beim nächsten Termin vorbei, nur nicht schüchtern sein. Oder lasst uns zusammen schüchtern sein ;o

Falls ihr vorab noch Fragen habt, könnt ihr uns auch gern per E-Mail kontaktieren: qfb@gmx.de

Wann und wo trefft ihr euch?

Aktuell treffen wir uns einmal im Monat zu öffentlichen Kneipenabenden. Diese finden meist an einem Montag, Dienstag oder Mittwoch um 19 Uhr statt, meist irgendwo in einer Kneipe in Frankfurt-Bockenheim. Hauptargument für die jeweilige Kneipe ist, dass der Ort mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sein muss. Wo wir uns als nächstes treffen, kündigen wir immer hier auf der Startseite als neuen Beitrag an (hier die bisherige Terminliste).

Es ist immer mindestens eine Person von uns um punkt 19 Uhr in der vereinbarten Kneipe. Bis 22 Uhr sind wir mindestens noch anzutreffen, ihr müsst also nicht pünktlich sein. Allerdings ist um 19:30 immer die Vorstellungsrunde.

Was bedeutet für euch „queer“ und „queerfeministisch“?

Queer bezeichnet für uns Menschen, die nicht cis[1] und/oder heterosexuell sind, sich vermutlich als lesbisch, schwul, bisexuell, pansexuell, genderqueer, non-binary, trans etc. bezeichnen, oder aber auch ablehnen, sich einer Kategorie zuzuordnen. Dies ist jedoch eine sehr verkürzte Definition von queer. Wir sprechen gern mehr mit euch darüber beim qfb.

Feministisch mit queer zu ergänzen soll auch verdeutlichen, dass wir keinen cis/hetero Blick auf Themen haben. Queer ist uns aber ebenso wichtig wie unsere feministischen Ansätze.

Wer seid ihr?

Wir sind Menschen unterschiedlichen Alters[2], die sich entweder als queer definieren oder anderweitig als nicht der cis/heterosexuellen Norm zugehörig.

Es gibt eine „Kerngruppe“ von aktuell 8 Menschen, die das [qfb] organisieren. Das klingt erstmal nach übertrieben vielen Leuten ;) Doch da wir das [qfb] möglichst entspannt halten möchten, haben wir die Orga-Aufgaben unter uns aufgeteilt bzw. wechseln uns ab. So können wir Zuverlässigkeit sicherstellen und dass niemand von euch jemals zu einem leeren Stammtisch kommen wird.

Wir befinden uns alle in unterschiedlichen Prozessen und Gedanken und freuen uns einfach, dass wir diesen beim [qfb] unterschiedlich intensiv nachhängen können. Wir kommen aus verschiedenen linkspolitischen Zusammenhängen und/oder haben einen kritischen Blick auf bestehende gesellschaftliche Machtstrukturen.

Dabei möchten wir betonen, dass wir nicht bereits alle Antworten haben (haben wir nicht) oder „fertig“ wären mit Überlegungen über Geschlecht, Begehren und Zuordnungen (sind wir nicht).

Muss ich Bier trinken? Muss ich reden? Was erwartet mich?

Bier muss niemand trinken! :) Alles weitere hängt davon ab, welche Menschen jeweils da sind. Einiges ist aber immer gleich:

Um 19:30 gibt es eine gemeinsame Vorstellungsrunde. Zu diesem Zeitpunkt liegen vor euch im besten Fall bereits unsere selbstgemachten Bierdeckel. Auf diesen ist die Vorstellungsrunde angekündigt sowie ein Hinweis darauf, dass wir uns über neue Queers freuen. Nicht zuletzt findet ihr hier die Erinnerung daran, dass wir alle keine Pronomen bei fremden/neuen Menschen voraussetzen können und deshalb erst sensibel nachfragen sollten, bevor wir Pronomen nutzen.

Teil der Vorstellungsrunde wird eine „Pronomenrunde“ sein, dies bedeutet wir sagen nicht nur unsere Namen sondern auch die Pronomen, mit denen auf uns Bezug genommen werden darf. Sprecht uns aber gern auch auf das Thema „Pronomenrunde“ an. Die Vorstellungsrunde ist sehr kurz gehalten. Wir sagen alle unseren Namen und Pronomen, und dann noch eine Information über uns, auf die wir uns zuvor geeinigt haben. Das ist nichts zu persönliches sondern eher eine Information die uns helfen soll, anschließend in Gespräche zu kommen: z.B. unser Lieblingsessen, Bands die wir hassen oder unsere guilty pleasure Fernsehserie.

Wer zu unserem Stammtisch kommt, kann ihn ganz unterschiedlich nutzen: vom lediglichen Herumsitzen in queerer Gesellschaft über Diskutieren von Alltagsgeschehen bis hin zu Berichten aus politischen Aktionen. So oder so verstehen wir unseren Stammtisch als politisch.

Worüber redet ihr denn den ganzen Abend?

Bisher sind uns auf jeden Fall noch nie die Gesprächsthemen ausgegangen ;)

Themen, über die wir uns oft unterhalten, sind beispielsweise:

  • Allgemeine feministische und queere Überlegungen, auch Besprechung von diskriminierenden Alltagssituationen und Realpolitik
  • Kritik an kapitalistischen, (hetero-)sexistischen, rassistischen etc. Strukturen
  • Beschäftigung mit queerer Subkultur wie Comics, Filme/Fernsehserien, Musik und Kunst allgemein
  • Kritik am schwullesbischen Mainstream (Gender Mainstreaming ist zB nicht unsere Revolution)
  • Und tausend andere Themen, die nicht mal was mit Politik oder queeren Ansätzen zu tun haben…

Wie kamt ihr auf die Idee, das [qfb] zu gründen?

Queere Menschen finden für sich im Alltagsleben – im Beruf, im Privatleben, den Medien etc. – oft keinen safe Space, keinen sicheren Ort, an dem sie angstfrei sein können, wie sie sind. Wir möchten zumindest einmal im Monat so einen Ort bereitstellen. Außerdem hat uns eine Möglichkeit gefehlt, die Queers aus der linken Szene sowie die linken Menschen aus schwulLesBischen/trans* Gruppen kennenzulernen. Kurz: Wir wünschen uns einen Raum, in dem sich links-queere Menschen treffen können.

In der Gründungsphase haben wir lange überlegt, wie wir diesen Raum definieren und auch, ob wir ihn für heterosexuelle und cis Menschen öffnen möchten. Unser Entschluss war und ist weiterhin: Wir möchten neben den vielen Gruppen, die auch für cis gender und heterosexuelle Menschen offen sind, explizit einen queeren Raum anbieten für Menschen, die entweder nicht cis gender oder nicht heterosexuell oder beides nicht sind. Ob ihr euch damit angesprochen fühlt oder nicht müsst ihr selbst entscheiden. Es gibt bei uns keine queere Aufnahmeprüfung ;)

Wieso nennt ihr euch “Stammtisch”?

Das Wort Stammtisch mag erstmal abschreckend wirken (antiquiert, männerlastig, konservativ), wir haben uns jedoch extra für das Wort entschieden, um es für uns positiv umzudeuten, und weil wir es ein wenig lustig fanden. Wir treffen uns meist in Kneipen, die nicht als queer definiert sind, um auch dort sichtbar zu sein – was nicht heißt, dass wir Einzelpersonen nicht auch regelmäßig in queeren Kontexten anzutreffen sind.

Was soll das [qfb] erreichen?

Das [qfb] ist keine „Politgruppe“ im eigentlichen/aktionistischen Sinne, es ist vielmehr ein Ort oder Raum, den wir bereitstellen. Der Zugang soll möglichst niedrigschwellig sein.

Vernetzung ist uns wichtig. Viele linke/queere Orte und Gruppen sind (klarerweise aus guten Gründen) oft schwer zugänglich. Gerade als neuer Mensch in einer Stadt ist es dadurch aber schwierig, Anschluss an „die Szene“ zu erhalten oder überhaupt zu erfahren, was es für Gruppen und Veranstaltungen gibt. Vor allem deshalb gibt es das [qfb]: Wir verstehen uns als Vernetzungsstammtisch, der einen Raum öffnet, in dem sich queere Menschen treffen können. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Wir möchten einen safe space / sicheren Ort für queere Menschen schaffen. Das heißt auch: Kein Sexismus, kein Rassismus, keine Homo- und Transfeindlichkeit – sei einfach kein Arschloch bei unseren Treffen (und auch sonst im Leben).

Wer darf zu euren Treffen kommen?

Wir freuen uns über alle Menschen, die sich in diesen FAQ wiederfinden.

Hinweise:
[1] Cis gender (kurz cis) wird als Begriff genutzt um auszudrücken, dass sich eine Person als das Geschlecht identifiziert, dem er_sie nach der Geburt zugeordnet wurde. Zum Beispiel ein Mensch, der_die seit der Geburt als Mann definiert wurde und sich auch heute noch so definiert. Oder eine Frau, die seit ihrer Geburt als Frau definiert wurde und sich damit identifiziert.
[2] Aktuell sind bei uns Menschen im Alter von 25 bis 50 Jahren vertreten – dies nur zur Information, nicht als Begrenzung gedacht.

 

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